
Eine besonders gute Gelegenheit Land und Leute kennen zu lernen ergibt sich beim Besuch eines der vielen traditionellen Feste bei uns im Unterallgäu. Zahlreiche Trachtenvereine helfen, neben dem Brauchtum, auch die traditionellen Gewänder zu bewahren - bei kulturellen Festivitäten können diese dann bewundert werden.
Das ganze Jahr über können Einheimische und unsere Gäste gelebtes Brauchtum entdecken und natürlich auch aktiv mitgestalten:

Auch der Fasching bzw. die Fasnacht hat im Unterallgäu eine lange Geschichte und wird jedes Jahr mit Umzügen und Bällen gefeiert. Aus dem "Schwenkla oder Schlenkla", ein mit Lichtmess verbundener Fasnachtsbrauch, entwickelte sich im 17. Jahrhundert das "Maschgeragauh" (Maskiert-Gehen).
Zusammen mit den Fasnachtsbräuchen findet man bei uns im Landkreis aber auch den Fasching rheinländischen Ursprungs. Diese Kombination bildet eine Mixtur, die wohl einmalig ist und im "Gumpigen Donnerstag" ihren alljährlichen Höhepunkt findet.
Ein Auszug aus dem Faschingskalender:

Am Funkensonntag, dem ersten Sonntag nach Aschermittwoch, ist es vielerorts im Unterallgäu Brauch, ein Funkenfeuer zu entfachen. Das Funkenfeuer soll den Winter vertreiben und besteht aus einem Holzstoß in dessen Mitte die "Funkenhexe" an einer Stange montiert wird. Die "Funkenhexe" ist aus Stroh gebunden und mit alten Lumpen bekleidet.
Wird der Funkenstoß bereits am Samstag fertig, so muss in der Nacht zum Sonntag eine "Funkenwache" bereitstehen, da es gearde bei den Jüngeren beliebt ist, den Holzstoß der Nachbargemeinde vorzeitig anzuzünden.
In der Abenddämmerung wird der Funken unter den Augen der Dorfbevölkerung - zu Glühwein und traditionellen Funkenküchle - angezündet. Höhepunkt des Abends ist, wenn die "Funkenhex" knisternd und zischend in Flammen aufgeht. Für viele Unterallgäuer ist auch der Brauch des Scheibenschlagens, bei dem brennende Holzscheiben in die Luft geschleudert werden, ein Grund für den Besuch des Funkenfeuers.
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Jede noch so kleine Ortschaft im Kneippland® Unterallgäu stellt ihren eigenen Maibaum auf. Beim traditionellen "Tanz in den Mai" treffen sich die Dorfbewohner, am Vorabend des 1. Mai, unter dem Maibaum, um bei einem Fest zu Musik und Tanz gemeinsam zu feiern.
Aber Vorsicht! Die Gemeinden müssen ihren Maibaum gut hüten, denn Jugendliche aus den Nachbargemeinden versuchen immer wieder, das gute Stück zu stehlen, um es dann gegen Belohnung wieder einzutauschen.
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Einmal im Jahr, Ende September, findet auf einer Wiese in Ittelsburg das Schnitthahnenrennen statt. Die Besonderheit: am Schnitthahnenrennen dürfen nur Junggesellen teilnehmen. Sie müssen auf einer Wiese verschiedene Hindernisse bewältigen, Aufgaben lösen und drei Runden laufen. Dem Sieger winken ein Pokal und ein "Busserl" (Kuss) von zwei Kranzmädchen. Etwa 20 Junggesellen nehmen jedes Jahr an dem Rennen teil, das es seit über 50 Jahren gibt und vom örtlichen Sportverein ausgetragen wird. Danach wird der Sieger in der Dorfwirtschaft gefeiert.
Die Ursprünge des Schnitthahnenrennens liegen im Mittelalter: Einmal im Jahr lud der Burgherr zum Schnitthahnenfest mit „Hahnentanz“ ein, um sich bei seinen Untertanen für Treue, Fleiß und Gehorsam zu bedanken. Das Volk rüstete sich zum Tanz. Die Frauen und Mädchen schlüpften in ihre schönsten Mieder und die Burschen in ihre Trachten. Zwei schöne Hähne wurden vom Burgherren und seine Gemahlin gespendet. Sie waren die Preise für die besten Tanzpaare. Als Jury trat die Burgherrin selbst in Aktion. Die Sackpfeifer begannen zu spielen, und Paar um Paar tanzte in den Ring (eingezäunter Tanzplatz). Während der Pausen wurden Geschicklichkeits- und Kraftspiele vorgeführt, wie z.B. Fingerhakeln, Seilziehen, Sackhüpfen, Schubkarrenrennen und vieles mehr. Diese Kraftspiele gelten als die Vorläufer des heutigen Schnitthahnenrennens.
Informationen:
Kurverwaltung Bad Grönenbach
Marktplatz 5
87730 Bad Grönenbach
Tel.: 08334 60531
Fax: 08334 6133
E-Mail: kurverwaltung(at)bad-groenenbach.de
Internet: www.bad-groenenbach.de
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Der Leonhardiritt ist eine Prozession, meist zu Pferde, die zu Ehren des heiligen Leonhard von Limoges (6. Jahrhundert) an seinem Gedenktag, dem 6. November, oder an einem benachbarten Wochenende stattfindet.
Der Heilige Leonhard ist der Schutzpatron der landwirtschaftlichen Tiere, weshalb zu Leonhardi häufig Wallfahrten unternommen werden, die mit Tiersegnungung eingergehen. Grund dafür ist wichtige Rolle der Last- und Arbeitstiere für die ländliche Bevölkerung.
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